Book - Anatomy Of Human Embryos 1

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His W. Anatomie Menschliche Embryonen I - Embryonen des ersten monats (Anatomy of human embryos - Embryos of the first month). (1880) Leipzig.

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His, W. Anatomy Of Human Embryos I (1880): Embryo A and B | Embryo alpha | Embryo M | Embryo L | Embryo SR | Embryo E | Comparison of embryos - staging | Age determination | Hypotheses to fill gaps | Explanation of plates | Vol 2 | Wilhelm His


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title page

Anatomy Of Human Embryos I

Anatomy Of Human Embryos Published in German in Two Volumes Anatomy Of Human Embryos I (1880) and Anatomy Of Human Embryos II (1882)


Einleitung

(Introduction)

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Das entwickelungsgeschichtliche Verständniss der menschlichen Anatomie bedarf zu seiner Unterlage einer eingehenden Durchforschung menschlicher Embryonen. So werthvoll die von der vergleichenden Entwickelungsgeschichte gesammelten Ergebnisse sind, so reichen sie doch zur Lösung derjenigen Fragen, welche die menschliche Anatomie stellt, nur in beschränktem Maasse aus, und beim Versuche, die vorhandenen Lücken durch schematisirende Uebertragung auszufüllen, läuft man, wie die Erfahrung hinreichend dargethan hat, nur allzuleicht Gefahr, von der Wahrheit seitab zu kommen.


Für die menschliche Embryologie liegt nun bekanntlich die Hauptschwierigkeit in der Beschaffung des erforderhchen Materiales. Nach Ort und nach Zeit zerstreut bietet sich dem einen oder anderen Beobachter ein brauchbares Object dar, und der Kreis von Erfahrungen, über welche die Wissenschaft zur Zeit gebietet, besteht au8 Fragmenten, welche zu sehr verschiedenen Zeiten, von sehr verschiedenen und vor allem von sehr verschieden qualificirten Beobachtern gesammelt worden sind. Um solch ungleichartiges Material zu einem Ganzen zusammenzufügen, bedarf es vor allem einer sorgfältigen* Kritik und diese hinwiederum kann nur an der Hand eingehender Beobachtung durchgeführt werden.


Bei Beginn der vorliegenden Arbeit hatte ich den Plan, mit der Untersuchung da einzusetzen, wo das Material verhältnissmässig leicht erreichbar ist, bei Embryonen von 2 — 2.5 cm. Ich rechnete darauf, dass durch Sicherung der hier erreichbaren Kenntnisse und durch Beseitigung der vielen noch bestehenden Unklarheiten feste und für die fernere Forschung wichtige Ausgangspunkte sich würden gewinnen lassen. Während der Zeit, da ich mit der oben präcisirten Arbeit beschäftigt war, wurde mir durch die Güte verschiedener CoUegen und binnen kurzer Frist ein sehr erfreuUeher Bestand jüngerer menschliclier Embr^'onen zugänghch, und es ergab sicli damit die Möglichkeit, die Gränzen des Arbeitsgebietes sofort erhebhch nach rückwärts hin auszudehnen. Das vorliegende Heft enthält die Bearbeitung dieser jüngeren Embryonen, deren früheste Repräsentanten etwas über 2 mm, die ältesten gegen 8 mm lang sind. Die Darstellung etwas vorgerückterer Stufen bis zu 2 und 2 ',2 cm beabsichtige ich in einem späteren Heft folgen zu lassen. Darüber iiinaus gedenke ich vorerst nicht zu gehen, weil von da ab die Ausdehnung des Gebietes zu gross wird, und eine monogi*aphische Bearbeitung der einzelnen Organentwicklungen erfordert.


Ich habe dies Heft der medicinischen Gesellschaft in Basel gewidmet. Ausser der besonderen Hochachtung, welche ich für das wissenschaftliche Streben dieser ärztlichen Köi^perschaft empfinde, hat mich das Gefühl der Dankbarkeit geleitet, die ich einem grossen Theil ihrer Mitglieder schulde. Nicht allein stammen die kostbarsten imter den nachbeschriebenen Objecten von Basler Collegen, sondern es sind mir überhaupt während meiner 15jährigen Thätigkeit an der Basler Anatomie so zahlreiche Materialien von den dortigen Aerzten zugeführt worden, dass ich diesem Umstände allein eine gewisse Breite der Erfahnmg verdanke. Es giebt Aufgaben in der AVissenschaft, zu deren Lösung der Fleiss und die Energie eines Einzelnen nicht ausreichen, denen gegenüber auch die finanziellen Hülfsmittel einer wohldotirten Staatsanstalt sich machtlos erweisen, und die nur dann erfolgreich in Angriff zu nehmen sind, wenn ein weiterer Factor kräftig mit eingi-eift, der Factor wissenschaftlichen Gemeinsinnes. Dieser findet sich da, wo in weiten Kreisen jeder Einzelne den guten AVillen und die Aufopfenmgsfähigkeit besitzt, um an seinem Orie und bei der sich ihm darbietenden Gelegenheit an der Förderung bestimmter Aufgaben mitzuhelfen. Die wissenschaftlichen Anstalten meiner A'aterstadt wissen dem, der ihre Geschichte verfolgt, gar manches Wort davon zu erzählen, was sich bei anscheinend beschränkten äusseren Mitteln unter Zuhülfenahme jenes Sinnes erreichen lässt.


Wenn es der Aufmerksamkeit und dem guten Willen einer verhältnissmässig kleinen Zahl von Aerzten gelungen ist, in nicht allzulanger Zeitperiode eine Reihe mchtiger embryologischer Objecte zu sammeln und der wissenschaftlichen Bearbeitung zugänglich zu machen, so ist zu hoffen, dass bei weiterer Ausbreitung und Kräftigung des Interesses an diesem Forschungsgebiete auch der Materialzufluss ergiebiger werden wird. An den ärztlichen CoUegen wird es liegen, ob wir auf dem Gebiete menschlicher Embryologie langsamere oder raschere Fortschritte machen werden, denn sie allein sind im Stande, uns das sonst unerreichbare Material zu beschaffen.


Um jegliches Missverständniss auszuschliessen , trete ich hier noch in Einzelnheiten ein. Unter den Fiiihgeburten. die einem beschäftigten Arzte im Laufe seiner Praxis vorkommen, wird stets ein grosser Theil sein, deren Inhalt nicht der gehegten Ei-wartung entspricht, weil der Embryo vor der Zeit abgestorben oder pathologisch entartet, oder weil in andern Fällen das Ei zerrissen oder durch Blutergüsse verdorben ist. Die Reichlichkeit solcher Vorkommnisse darf im Sammeln nicht entmuthigen, und für das unter allen Umständen Richtigste halte ich es, wenn die Aerzte, welche uns Embryologen zu Hülfe kommen wollen, überhaupt Alles ohne Unterschied einliefern, was ihnen an Frühgeburten durch die Hände geht. Ausdrücklich hebe ich hervor, dass die Sammlung der verkümmerten und im Wachsthum hinter dem Ei zurückgebliebenen Embrjonen eine sehr ausgiebige Quelle ist für teratologische Raritäten.


Am meisten hat man Grand, die Erlangung sehr junger Entwicklungsstadien anzustreben: diese Averden nun aber zu Zeiten ausgestossen , da die Frauen kaum ihrer Schwangerschaft bewifsst sind. Hier kann nur grosse Aufmerksamkeit dem Ziele näher führen. Wird in einem jeden Falle, in welchem bei einer lYau die l^eriode über die Zeit hinaus sich verzögert hat, eine nachträglich auftretende Blutung auf ihren Charakter gehörig geprüft und dabei sorgfältig auf die Ausstossung allfälliger Blutklumpen gefahndet, so steigert sich jedenfalls die Aussicht auf Mehrung des bis dahin noch so sparsamen Materiales an sehr jungen Eiern.


Für die Behandlung ausgestossener Fmchte bleibt, sofern die sofortige Ablieferung an einem Fachmann nicht möglich ist, die Aufhebung des Präparates in massig verdünntem (ca. 60 procentigem) Alkohol immer noch das Beste. Das Auswaschen desselben in Wasser ist unter allen Umständen abzurathen, ebenso die Behandlung mit Chromsäure oder mit chromsauren Salzen. So vortheilhaft letztere Keagentien unter gewissen Bedingungen auf die Conservirung der Form wirken, so verlangen sie doch eine sehr subtile Handhabung, falls die Präparate nicht brüchig gemacht werden sollen. Eine sehr zuverlässige und für die Zwecke äusserer Formbetrachtung, wie für die Mikrotomie gleich brauchbare Härtungsmethode ergiebt sich in der Anwendung der Salpetersäure. Der Embryo bezw. das eröffnete Ei wird mit der lOprocentigen Säure Übergossen, wobei augenblicklich intensive Trübung erfolgt. Nach etwa viertelstündiger Einwirkung der Säure wird das Präparat in Alkohol verbracht und in diesem aufbewahrt.


Die Gynäkologen verzeihen mir wohl noch eine speciell an ihre Adresse gerichtete Bitte. Ihnen ist vor allen die Möglichkeit der Materialsammlung geboten und sie bethätigen wohl ganz allgemein ein lebhaftes und höchst erfreuliches Interesse an der Förderung der menschlichen Embryologie. Manche suchen der Sache dadurch zu nützen, dass sie ihre Schätze öffentlichen Sammlungen oder embryologischen Spezialforschern überantworten. Andere dagegen glauben ihrem guten Willen durch selbstständige Bearbeitung der aufgefundenen Kostbarkeiten Ausdruck geben zu sollen. Nun stellt das Studium junger menschlicher Früchte an den Untersucher schwere Anforderungen. Je seltener das Object, um so mehr darf man verlangen, dass dasselbe wirklich erschöpfend ausgenützt werde; bei manchen von den Materialien, die in den Fachschriften der letzten Jahrzehnte beschrieben worden sind, ist dies entschieden nicht der Fall gewesen, einzelne Kostbarkeiten sind geradezu in bedauerlicher Weise verdorben worden. Den Anforderungen der Jetztzeit entspricht eine blosse Beschreibung der äusseren Gestaltung nicht mehr, es werden sichere Maassangaben verlangt und, wo immer möglich, eine mit Hülfe des Mikrotoms durchgeführte Bearbeitung der inneren Organe. Sowohl die Untersuchungstechnik als die richtige Fragestellung stehen nur demjenigen gehörig zu Gebote, der sich durch anhaltende Beschäftigung mit derartigen Arbeiten die nöthige Uebung erworben hat. Für den Fortschritt der Wissenschaft wird daher sicherlich ein viel grösserer Nutzen entstehen, wenn sich die gynäkologisehen Collegen allgemeiner, als dies bis dahin der Fall gewesen ist, entschliessen, ihre seltenen Funde einem der embryologi.schen Fachmänner zur Bearbeitung anzuvertrauen. Es ist mir allzugut bewusst, dass es für manchen Gynäkologen ein schweres persönliches Opfer ist, wenn er ein werthvolles Präparat, nach dem er vielleicht Jahre lang gestrebt hat, aus den Händen geben oder gar der Guillotine des Mikrotoms auslieferen soll. Diejenigen Collegen aber, welche genug Gemeinsinn besitzen, solche Opfer zu bringen, werden es schliesslich doch nicht bereuen, ihre persönlichen Interessen einem höheren Ziele untergeordnet zu haben.

Methoden der Bearbeitung

(Methods of processing)

Je seltener und je kleiner ein Untersuchungsobject, um so sorgfältiger wird man natürlicherweise bemüht sein, dasselbe erschöpfend auszunützen. Am liebsten möchte man allen denkbaren Anforderungen zugleich gerecht werden, das Object unverletzt als Dokument bewahren und hinwiederum dasselbe so zerlegen, dass sämmtliche Einzelnheiten des inneren Baues zur Anschauung gelangen. Will man entscheidende Fortschritte machen, so muss man, das ist unerlässlich, mit der Tradition der sog. Cabinetsstücke brechen, und man darf sich nicht scheuen, auch die seltensten Embryonen dem Mikrotom zu überantworten. Damit ist aber noch nicht der Verzicht auf jegliches Dokument ausgesprochen. Eine erste Reihe von Dokumenten liegt in den bei bestimmter Vergrössenmg aufgenommenen Zeichnungen, die man sich von den unverletzten Präparaten entwirft, eine zweite nicht minder wichtige in deren Photographie.


Zeichnung und Photographie ergänzen sich gegenseitig, ohne sich zu ersetzen. Vortheile und Nachtheile jeder Zeichnung gegenüber der Photographie liegen in dem subjectiven Elemente, das bei ihrem Zustandekommen mitwirkt. In einer jeden verständigen Zeichnung ist mit Bewusstsein das Wesentliche vom Unwesentlichen geschieden imd der Znsammenhang der dargestellten Formgebilde ist in das nach der Auffassung des Zeichners richtige Licht gesetzt. Die Zeichnung ist somit mehr oder weniger eine Deutung des Objectes, sie wird für den Zeichnenden zur geistigen Arbeit und verkörpert diese dem Beschauer, wogegen die Photographie den Gegenstand mit allen seinen Einzelnheiten, auch den zufällig vorhandenen wiedergiebt, gewissermassen als Rohstoff, dafür aber die absolute Treue garantirt.


Für kleinere Objecte ist es rathsam, sich anstatt der verhältnissmässig gi'oben Papierbilder Glascopien anfertigen zu lassen, am besten gleich auf mikroskopischen Objectträgem, und sie mit einem Deckglase zu überkitten. Solche Glasphotographien geben das Detail des Objectes mit einem Reichthum und einer Feinheit der Xüancirung wieder, welche keine Zeichnung nachzuahmen vermag, und sie ersetzen nicht allein in vieler Hinsicht das Original, sondern sie übertreffen dasselbe geradezu in Hinsicht ihrer unmittelbaren Brauchbarkeit. Die Zartheit sehr kleiner Embryonen nämlich setzt der allzuhäuligen ßesichtigimg von vornherein gewisse Schranken, man hütet sich, ein solches Object mehr denn durchaus nöthig aus seinem Behälter herauszunehmen und es den Gefahren des Transportes unter Loupe imd Mikroskop auszusetzen. Diese Bedenken fallen der Photographie gegenüber weg, und so ist man im Stande, sich in diese ohne jegliche Hintergedanken zu vertiefen. Nach meinen Erfahrungen ist eine aus verschiedenen Aufnahmen bestehende Reihenfolge von Glasphotographien für das Verständniss der äusseren Form eines Embryo von unersetzlichem Werthe. Die Photographien werden am besten bei nur schwacher (2 oder 4 maliger) Vergrössenmg angefertigt, sie lassen sich mit Hülfe des Zeichnungsprismas leicht weiter vergrössem und die so gewonnenen Zeichnungen gewähren der günstigeren Beleuchtung halber ein noch reicheres Detail als die direct nach dem Object aufgenommenen.


Gute Färb- und Mikrotomirmethoden sind Gemeingut und es liegt kein Grund vor, mich darüber auszulassen; nur darauf möchte ich hier nochmals hinweisen, dass es behufs einer klaren topographischen Orientimng darauf ankommt, nicht allein fortlaufende Schnittreihen anzulegen, sondern Reihen mit bekannten Schnittdicken, derart, dass die Stellung jedes Schnittes zum Ganzen genau bestimmt ist.') lieber die blosse Schnittbetrachtung hinaus hat man sich weiterhin zu einer plastischen SyntheSe des zerlegten Gebildes zu erheben und es sind die zahlreichen Flächenbilder, welche die einzelnen Schnitte gewähren, wieder umzusetzen in einfachere Anschauungen körperlicher Art. Der ganze Umweg durch die Durchschnittsbilder hindurch ist ja nur deshalb nöthig, weil die Objecte ihrer Kleinheit halber einer directen körperlichen Präparation sich entziehen. Die Forderung der Synthese erscheint selbstverständhch genug, allein es wird ihr im Allgemeinen doch nur sehr ungenügend Rechnung getragen und so sehe ich mich veranlasst, die von mir eingeschlagenen Methoden, deren Grundzüge ich übrigens schon vor 12 Jahren entwickelt habe, etwas ausführlicher mitzutheilen.


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1) Vergl. Arch. f. Anat. u. Physiol., anat. Abth. 1877. S. 121.


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Die Grundlage jeglicher genaueren Durcharbeitung bilden exacte Zeichnungen der ganzen Embrj^onen sowohl, als der aus ihnen gewonnenen Durchschnitte. Wofern bei stärkerer Vergrösserung gezeichnet werden soll, bedient man sich mit Vortheil des Sonnenmikroskopes oder auch eines der bekannten, zum mikroskopischen Zeichnen construirten Prismen. Nun ist es aber gerade für entwickelungsgeschichtliche Zwecke vielfach wünschbar bei geringen, willkürlich zu bestimmenden Vergrösserungen von 5, 10 oder 20 zu zeichnen. Hierfür pflegen selbst die schwächsten mikroskopischen Systeme sowie überhaupt die ganze Mikroskopeinrichtung ungeeignet zu sein, wogegen das Vertauschen der mikroskopischen Objective mit photographischen und die Ersetzung des Mikroskopstatives durch eine Zahnstange zum gewünschten Ziele führt.


Folgende Apparatenzusammenstellung leistet mir seit Jahren vortreflFliche Dienste. Auf festem Fusse steht eine 60 cm lange prismatische " und mit Zahnleiste versehene Messingstange. Nah über dem Fuss ist mittelst eines 7.5 cm langen Armes ein Mikroskopspiegel angebracht ; ausserdem aber laufen an der Stange drei durch Trieb bewegüche Hülsen,^ deren unterste den durchbohrten Objecttisch, die zweite das Objectiv, die dritte eine Öberhäuser'sche Camera lucida trägt. Als Objectiv benütze ich einen sogen. Stereoskopenkopf (von Dallmeyer) oder ein kleines Steinheirsches Aplanat (Nr. 1). Letzteres insbesondere hat sich sowohl hinsichtlich der Bildschärfe, als der Grösse des Gesichtsfeldes und der Breite der Verwendbarkeit sehr leistungsfähig erwiesen. — Als Zeichnungsfläche dient ein kleiner neben dem Apparat aufgestellter Tisch bez. eine auf einem Rahmen ruhende dicke Glasplatte. Die Höhje dieser Projectionsfläche pflege ich nicht zu variren und ebenso nehme ich die Normalstellung des Objecttisches als fest an. Den wechselnden Abständen des Objectives von letzterem wird unter diesen Umständen auch eine wechselnde Stellung der Camera und eine wechselnde Vergrösserung des projicirten Bildes entsprechen. An dem mit dem Aplanat bewafi"neten Apparate lässt sich die Vergrösserung von 4 bis 40 variren. Dabei ist die feste Stellung der Zeichnungsfläche 5 cm über der Normalstellung des Objecttisches. Giebt man die aus anderen Gründen empfehlenswerthe feste Normirung dieses Abstandes auf, so lässt sich die Breite des Vergrösserungswechsels noch etwas weiter treiben. — Die Grösse des Gesichtsfeldes wächst natürlich entgegengesetzt der Vergrösserung; bei 4facher Vergr. erlaubt das SteinheiVsche Aplanat ein brauchbares Gesichtsfeld von 14 mm, bei lOfacher Vergr. beträgt letzteres noch 9 mm, bei 20facher 6 und bei 40 facher 3.5 mm.



Fig. 1. Zeichnungsapparat ('/lO Grösse). P Zeichnungsprisma. Objectiy. T Objecttisch. S Spiegel. Z Zeiehnungsfläche.



Zur Einstellung auf eine bestimmte Vergrösserung legt man einen Maassstab auf den Objecttisch und verschiebt die Hülsen 2 und 3 so lange, bis das auf die Zeichnungsfläche projicirte Bild scharf und genau von der gewünschten Vergrösserung ist. Mittels einer auf der Stange eingravirten Millimeterskala kann man die einer jeden Vergrösserung correspondirenden Abstände ein für allemal bestimmen und so die Zeit sehr verkürzen, die zur Regulirung derselben erforderlich ist. Wird nun ein Object an die Stelle des Maassstabes gebracht, so ist zu beachten, dass dessen abzubildende Fläche in dieselbe Ebene gebracht werden muss, in der vorher der Maassstab lag. Zu dem Zwecke ist bei unveränderter Stellung von Objectiv und von Camera lucida der Objecttisch so lange zu verschieben, bis das BUd des Gegenstandes vöUig scharf erscheint.


Die ganze Einrichtung wird durch einen vor- dem Apparat angebrachten verschiebbaren Schirm vervollständigt, der einerseits bestimmt ist, das auf die obere Linsentläche auffallende Licht abzufangen und so die störenden Spiegelungen zu beseitigen, und der anderseits dazu dient, die Zeichnungsfläche in einem dem Bedürfniss entsprechenden Maasse zu beschatten. Es ist kaum nöthig zu bemerken, dass opake Gegenstände einer intensiven Beleuchtung durch die Sonne oder durch das Licht einer mit Sammelünse versehenen Lampe bedürfen. Anfertigung verschiedener Zeichnungen desselben Objectes bei wechselnder Beleuchtungsrichtung gewährt für die Deutung der Einzelnheiten wichtige Controlen. Eine Controle anderer Art gewährt die Zeichnungsmethode, wenn sie zur Prüfung des Einflusses von Erhärtungsmitt<?ln venvendet wird. , Nachdem das Object bei einer bestimmten Vergrösserung als Ganzes gezeichnet, dann in Schnitte Aon bekannter Dicke zerlegt worden ist, und nachdem man auch diese letzteren bei derselben Vergrösserung gezeichnet hat, sind die Unterlagen zu einer zuverlässigen Reconstruction beisammen. Die Ausführung dieser letzteren beruht auf sehr einfaclien Grundsätzen. Ein Papierblatt wird in parallele Zonen eingetheilt, derart, dass jede Zone gemäss der angewandten Vergrösserung einer Schnittdicke entspricht. ') Bei Constniction von Sagitt'alprojectionen dient das in richtiger Neigung aufgetragene Rückenprofil als Gnmdlinie, bei Frontalprojectionen ein medianer Vertikalstiich. Die Distanzen der einzuzeichnenden Theile von diesen Grundlinien werden für jeden' einzelnen Schnitt ausgomessen und an entsprechender Stelle in die Projectionszeichnung eingetragen.


Man beginnt zunächst mit Verificirung der Schnittrichtung und des äusseren Pi'ofiles. Folgende Bedingungen sind dabei maassgebend: die anzulegende Zeichnung muss die Hohe haben, welche der Zahl und der Dicke der Schnitte entspricht und es müssen an der Protildarstellung die durch die Urzeichnung controürbaren äusseren Theile, Auge, Herz, Leber, Extremitäten u. s. w. in die richtige Höhe und in die richtigen gegenseitigen Abstände gelangen. Ist dieser Bedingung Genüge geleistet imd sind auch im Uebrigen alle Operationen mit ausreichender Genauigkeit vollzogen worden, so mrd das durch Construction gewonnene Yorderproiil dem ursprünglich aufgenommenen gleich sein und beide Zeichnungen müssen sich decken. Wo dies nicht zutrifift, da ist der Grund der mangelnden Congruenz aufzusuchen. Derselbe braucht nicht nothwendig in fehlerhafter Abmessung der Schnittdicken zu liegen, vielmehr kann er in Yerbiegungen liegen oder in Schrumpfimgen, welche das Präparat zmschen der ersten Zeichnungsaufnahme und der Zerlegung erfahren hat. Darnach können eventuelle Correctionen des Constructionsbildes vorgenommen werden. Eine unschwer zu beurtheilende Fehlerquelle liegt meistentheils in der unsicheren Dickenbestimmung der beiden Endschnitte einer Reihe. Von den auf den Tafeln dieser Arbeit mitgetheilten Constructionen sind vor allen diejenige des Embryo A. durch ihre L'ebereinstimmung mit der Urzeichnung bemerkenswerth, auch die Constructionen von «i und von M sind befriedigend, wogegen bei B. eine Correction angebracht werden musste, über welche weiter unten das Einzelne mitgetheilt werden soll.

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1 ) Obige Reconstructionsmetbode habe ich vor 1 2 Jahren in meiner Monographie des Hühnchens (S. 182) auseinandergesetzt. Eine an der hiesigen Anstalt nach derselben ausgeführte Arbeit über die Entwicklung des Vorderdarms hat Herr A. Seessel publicirt (Arch. f. Anat. u. Physiol., anat. Abth. 1877. S. 449). Im Uebrigen hat die Methode bei der grossen Menge der Schnitttechniker bis dahin wenig Beachtung gefunden ; nur Rosenberg hat sich derselben zur Construction von Frontalansichten des Kreuzbeines bedient (Morphol. Jahrb. I. S. 108) und in neuester Zeit hat ICbieger, der gleichfalls selbstständig auf die Methode gekommen ist, sie als eine neue empfohlen und mit Recht auf ihren hohen Werth hingewiesen (Carus, Zool. Anzeiger 1878. S. 369).



Je intensiver man sich mit solchen Roconstmctionen beschäftigt, und je allseitiger man ein und dasselbe Object durcharbeitet, um so sicherer lernt man den Gegenstand beherrschen und in der gegenseitigen Controle der verschiedenen Constructionen findet man bald den scharfen Maassstab für die Zuverlässigkeit des ganzen Verfahrens.


Mit Hülfe der für die verschiedenen Organsysteme durchgeführten Projectionszeichnungen kann man an den plastischen Aufbau des Objectes, an dessen Nachmodellirung gehn. Der wissenschaftliche Nutzen einer derartigen Bearbeitung embryologischer und feiner anatomischer Aufgaben wird noch viel zu sehr unterschätzt, und doch ist er sehr bedeutend, und es würde sich an der Hand empirischer Beispiele unschwer nachweisen lassen, dass für einen guten Theil von vorhandenen literarischen Unklarheiten der Grund im Mangel an plastischer Durcharbeitung liegt. Die ausführlichsten Beschreibungen von Durchschnittsbildem sind nun einmal nicht im Stande, eine klare Körperanschauung zu gewähren und auf eintsolche haben wir bei embryologischen Untersuchungen nicht minder als bei anatomischen hinzustreben. Wie aber bereits das Zeichnen eines Gegenstandes unser Auge für dessen Auffassung schärft, indem es zur Aufstellung und zur Beantwortung mannigfacher Fragen drängt, so thut dies in noch \iel höherem Grade die plastische Reproduction. Jeder Theil des Objectes will in seiner richtigen Form und Grösse und an seinem richtigen Orte dargestellt sein, wenn dadurch nicht hinwiederum alle Nachbartheile gestört und aus ihrer Lage gebracht werden sollen. Jedes Stück controlirt also seine Naclibarstücke sowohl, als das Ganze. Es duldet die plastische Bearbeitung keinerlei Unklarheit, denn wofern man den Gegenstand nicht völlig beherrscht, bleibt nur die Alternative übrig, zwischen der Arbeitsunterbrechung oder der bewussten Pfuscherei. Die Behandlung von Modellirmaterial, von Wachs und von Thon, ist dabei so leicht zu erlernen, der ganze Apparat ein so einfacher, dass man gegenüber den maasslos überwuchernden Schnittbeschreibungen mit vollem Rechte verlangen darf, dass embryologische Forscher, wie mit dem Bleistifte, so auch mit dem Modellirspatel sich zu behelfen, ihren Vorstellungen vom räumlichen Zusammenhang der dargestellten Theile plastische Gestalt zu geben und darnach auch ihre Beschreibungen einzurichten wissen.


Ueber die zur Orientirung dienende Bezeichnungen ist es wegen der stark zusammengekrümmten Form der Embryonen nöthig, sich ausdrücklich zu verständigen. Bei der Beschreibung der Gesammtform nehme ich als Längsaxe die längste durch den Körper führbare Gerade an, welche bei Embryonen von 7 bis S mm den Nackenhöcker mit dem Lendentheile des Stammes verbindet. Der Mundeingang sieht hierbei nach rückwärts, die Himbasis nach aufwärts, der Rautengrubeneingang nach vom u. s. w. Für die Einzelnbeschreibung, speciell für diejenige des Kopfes erscheint es weder nothwendig noch zweckmässig, diese temporären Lagerungsbezeichnungen durchzuführen und es ist da passender, jene Orientirung der Theile anzunehmen, an die wir als an die bleibende gcM'ohnt sind, die Mundhöhle z. B. über den Pharjoix zu setzen und die Gesichtsfläche des Kopfes die vordere zu nennen. Wir werden zu dem Zwecke in der Regel die Bezeichnungsweise so wählen, als ob der I^mbrj'O künstlich gestreckt worden wäre, und bei der Einzelnbeschreibung nur da von dieser Regel abweichen, wo die besonderen Umstände es verlangen.


Die einzelnen Embryonen, welche im Nachfolgenden beschrieben werden, habe ich mit Buchstaben bezeichnet (nach den Namen derjenigen Herren, denen ich dieselben verdanke); es scheint mir dies für junge menschliche Embryonen beim gegenwärtigen Zustande unserer Kenntnisse die unverfänglichste Bezeichnungsweise, indem Maassbestimmungen, Altersbestimmungen oder Stadienbestimmungen in der einen oder anderen Weise discutirbar bleiben.



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